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Simbabwe
übersetzt: „Steinhäuser“ in der Sprache der Shona), das ehemalige
Südrhodesien, ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Der Name Simbabwe
geht auf die heute Great Zimbabwe genannte Ruinenstätte zurück, die
größten vorkolonialen Steinbauten im südlichen Afrika. Das Wort
Rhodesien leitete sich hingegen vom Namen des englischen Politikers und
Kolonialisten Cecil Rhodes her. Nationalfeiertag ist der 18. April. Das
Land wird von Robert Mugabe diktatorisch regiert, der am 4. März 1980
erstmals zum Premierminister und 1987 zum Präsidenten gewählt wurde.
Mugabes Politik bescherte der einstigen Kornkammer des südlichen Afrika
Hunger und zahllose Binnenflüchtlinge.
Simbabwe liegt zwischen den
Breitengraden 16° und 22° Süd und den Längengraden 26° und 33° Ost und
hat als reiner Binnenstaat keinen eigenen Zugang zum Meer. Es grenzt an
Südafrika (225 km), Botswana (831 km), Sambia (797 km, ehemals
Nordrhodesien) und Mosambik (1231 km). Der Sambesi bildet die nördliche
Grenze zu Sambia. Simbabwe hat eine Fläche von 390.757 km², wovon 3910
km² Wasser sind. Dies entspricht ungefähr der Fläche von Deutschland und
den Niederlanden. Die höchste Erhebung ist der Inyangani mit 2592 m, der
im östlichen Hochland nördlich von Mutare im Nyanga-Nationalpark liegt.
Größte Städte sind (Volkszählung 2002): Harare 1.444.534 Einwohner,
Bulawayo 676.787 Einwohner, Chitungwiza 321.782 Einwohner, Mutare
170.106 Einwohner, Gweru 141.260 Einwohner und Epworth 113.884
Einwohner.
Simbabwe hat ein
subtropisches bis tropisches Klima mit feuchtem, teilweise schwül-heißem
Sommer (bis über 35 °C) und winterlicher Trockenzeit mit angenehmer
Wärme (um 25 °C). In höheren Lagen, die den größten Teil des Landes
ausmachen, ist die sommerliche Hitze gemäßigt (25 bis 30 °C) und im
Winter gibt es ab und zu gemäßigte Nachtfröste (bis –5 °C). Die
Regenzeit dauert von November bis März, wobei über 90 % der jährlichen
Niederschläge fallen, die im Schnitt 1000 mm betragen. In der Hauptstadt
Harare liegt die durchschnittliche Temperatur bei 20 °C, sonst bei 19–22
°C. In einigen Jahren, wie etwa 2007/2008, kam es zu ungewöhnlich hohen
Niederschlägen, die Todesopfer forderten und Ernten bedrohten. Das Land
ist fast durchweg von Trockensavanne bedeckt, es gibt aber auch einige
lichte Trockenwälder. Typische Bäume der Trockensavanne sind der
Affenbrotbaum und die Schirmakazie, die hier zahlreich vorkommen. Das
Gras der Savanne ist in der Trockenzeit braun und verdorrt, erreicht
aber zum Ende der Regenzeit Höhen von bis zu zwei Metern. Es bildet die
Nahrungsgrundlage für zahlreiche afrikanische Tierarten. Der
größte Teil der Bevölkerung wird von den Shona gestellt (ca. 70 %).
Daneben spielen noch die Ndebele eine wichtige Rolle (13 %), ferner gibt
es die Chewa (6 %). Schätzungsweise weniger als 50.000 Europäer leben
heute noch im Land. Seit der Gründung der britischen Kolonie Rhodesien
durch ihren Namensgeber Cecil Rhodes im 19. Jahrhundert wanderten weiße
Händler und Farmer aus Europa und Südafrika ein, die um die Mitte des
20. Jahrhunderts knapp 5 % der Bevölkerung stellten. Doch schon bald
nach der Unabhängigkeit des heutigen Simbabwe ging deren Zahl zurück. Da
diese Bevölkerungsgruppe eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben
spielte, führte ihre Abwanderung seit den 1980er Jahren zur Verschärfung
der wirtschaftlichen Probleme des einst für afrikanische Verhältnisse
reichen Landes. Darüber hinaus gibt es auch eine Bevölkerungsgruppe, die
aus Verbindungen von Europäern mit der einheimischen schwarzen
Bevölkerung hervorgegangen ist und eine kleine vom indischen
Subkontinent stammende Minderheit. Das einst starke Bevölkerungswachstum
ist seit der Jahrtausendwende aufgrund der extremen wirtschaftlichen
Schwierigkeiten des Landes und der Aids-Epidemie praktisch zum
Stillstand gekommen. In neuster Zeit (2005) scheint es sogar zu einem
Bevölkerungsrückgang zu kommen, wobei auch Abwanderung eine Rolle
spielt. Bis zu drei Millionen Simbabwer sollen illegal nach Südafrika
eingewandert sein.Simbabwe ist eines der Länder mit der weltweit
höchsten HIV-Infektionsrate – zwischen 24 und 35 Prozent der 12,7
Millionen Einwohner sind HIV-positiv. In keinem Land der Welt ist die
Lebenserwartung innerhalb so kurzer Zeit derart dramatisch
zurückgegangen: in weniger als einem Jahrzehnt von 55 auf 44 Jahre. Die
Lebenserwartung gehört heute zu den weltweit niedrigsten (Stand 2006).
Auf dem Human Development Index des Jahres 2007/2008 ist Simbabwe
mittlerweile auf Platz 151 abgerutscht (von 177 verglichenen Ländern).
Das nationale Symbol, der
Simbabwe-Vogel, wie er in Great Zimbabwe gefunden wurde Vor ca. 2000
Jahren (Eisenzeit) begannen Völker der Bantu in dieses Gebiet zu
migrieren. Dies schließt auch die Vorfahren der Shona mit ein, die heute
den größten Teil der Bevölkerung stellen (80 %). Zur Zeit des
europäischen Mittelalters schufen hier Bantu, Vorfahren der heutigen
Shona, eine Zivilisation, deren bedeutendstes Zeugnis die Ruinen von
Great Zimbabwe sind. Wichtige Quelle des Reichtums war der Handel mit
der ostafrikanischen Küste, wo seit dem frühen 10. Jahrhundert
regelmäßig muslimische Handelsleute verkehrten, alsbald auch
Niederlassungen gründeten. Von deren Swahili-Kultur unterschied sich die
Simbabwe-Kultur dabei deutlich. Mitte des 15. Jahrhunderts verlagerten
sich die Zentren der Simbabwe-Kultur und an der Küste wurden die
Swahili-Händler immer mehr von Portugiesen verdrängt, die auch schon
einen – vergeblichen – Versuch unternahmen, einen Teil des Landes zu
erobern. 1837 wurden die Shona-Staaten von den Ndebele unterworfen, die
im Zuge der Mfecane aus dem heutigen Südafrika nach Norden gewandert
waren. Ab 1893 erwarb C. J. Rhodes das Ndebeleland und überließ
die Förderung der Bodenschätze, das fruchtbare Land und die Nutzung der
Arbeitskraft der Einheimischen den europäischen Einwanderern. Nach ihm
benannt, entstand im Binnenland des südlichen Afrika die Kolonie
Rhodesien, 1911 in Nordrhodesien (heute Sambia) und Südrhodesien, das
heutige Simbabwe, geteilt. Dieser durch sein mildes Klima begünstigte
Teil wurde 1922 zur Siedlungskolonie. Dessen weiße Selbstverwaltung
komplettierte mit ihrem Landgesetz von 1930 das Werk Rhodes’; Landbesitz
und damit die fruchtbarsten Regionen des Landes waren danach weißen
Kolonisten vorbehalten. Die Landwirtschaft der afrikanischen Ureinwohner
wurde in unfruchtbare Regionen verdrängt.
Die Regierung Simbabwes hat eine große
Anzahl wirtschaftlicher Probleme verschuldet, die zum überwiegenden Teil
auf Mugabes Politik der letzten Jahre zurückzuführen sind. Die beim Ende
der weißen Herrschaft von großen Teilen der Bevölkerung erwartete
Landreform wurde erst jahrelang hinausgezögert, dann chaotisch und
gewaltsam durchgeführt. Durch die wilde Enteignung der weißen Farmer
wurden die Landarbeiter, ohnehin eine der ärmsten Bevölkerungsgruppen,
statt zu Landbesitzern zu Arbeitslosen, so dass sie noch weiter
verelendeten. Die Mitglieder der Oppositionsparteien (vor allem Anhänger
des Movement for Democratic Change MDC) und andere regierungskritische
Personenkreise wurden zunehmend eingeschüchtert und mitunter getötet. So
konnte die Regierung ihren unmittelbaren Einfluss auf die übrige
Landbevölkerung wieder verstärken und die Arbeiter dem (politischen)
Einfluss der Opposition, vornehmlich des MDC, entziehen. Da die MDC
dennoch weiter an Popularität gewann, hat die Regierung unter Robert
Mugabe eine konsequente Diktatur etabliert. So wurden Justiz und Medien
gleichgeschaltet, Meinungs- und Versammlungsfreiheit dramatisch
eingeschränkt und massive Maßnahmen gegen politisch Andersdenkende
eingerichtet. Nach Einschätzung der wenigen zugelassenen unabhängigen
Wahlbeobachter waren konsequenterweise sowohl die Ergebnisse der letzten
beiden Parlamentswahlen als auch die der Präsidentschaftswahl 2002 in
erheblichem Umfang gefälscht. Auch die folgende Zerstörung von ärmeren
Stadtvierteln („Operation Murambatsvina“) mit hoher MDC-Wählerschaft
schlug international Wellen. Die Umstände der Wahl führten noch im
selben Jahr zur Suspendierung Simbabwes aus dem Commonwealth of Nations.
Mugabes konsequentes Missachten der internationalen Kritik führte zur
Isolierung des diktatorischen Regimes, was - durch die Unzufriedenheit
der Bevölkerung verstärkt - die Wirtschaft Simbabwes an den Rand des
Zusammenbruchs brachte. Für Aufsehen sorgte ein Schiff, das Waffen und
Munition liefern sollte, die Simbabwe in China gekauft hatte. Als
bekannt wurde, dass die An Yue Jiang im Hafen von Durban gelöscht werden
sollte, kam es in Südafrika zu einem Aufruhr in der öffentlichen
Meinung, weil befürchtet wurde, die Waffen würden gegen die Bevölkerung
eingesetzt werden. Die Hafenarbeiter weigerten sich, die Ladung zu
löschen, die auf dem Landweg nach Simbabwe transportiert werden sollte.
Das Schiff musste schließlich am 25. April 2008 mitsamt der Ladung
wieder nach China zurückkehren, obwohl die südafrikanische Regierung die
Ladung zuerst nach Simbabwe passieren lassen wollte. Auch andere Staaten
weigerten sich, die Ladung über ihr Territorium entladen und
transportieren zu lassen. Dieser Ausgang der "An Yue Jiang-Affäre" wurde
als großer Erfolg der südafrikanischen Zivilgesellschaft betrachtet.
Mugabes Amtszeit lief 2008 aus, der zu diesem Zeitpunkt 84-Jährige
kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen am 29. März 2008 mit
Unterstützung der ZANU-PF jedoch erneut für eine sechste Amtszeit. Am 5.
Februar 2008 erklärte der frühere Finanzminister Simba Makoni seine
Kandidatur als unabhängiger Kandidat. Er wird von weiteren ehemaligen
Politikern der Mugabe-Partei unterstützt. Neben Mugabe und Makoni trat
als dritter Kandidat Morgan Tsvangirai von der MDC bei den Wahlen an. Da
Umfragen seit langem einen Sieg der Opposition voraussagten, stand die
März-Wahl auch im internationalen Blickfeld, doch wurden nur wenige
Wahlbeobachter zugelassen. Die Opposition rief sich vorzeitig zum
Wahlsieger aus, als die Regierung die Stimmenauszählung über Gebühr
verzögerte. Erste Hochrechnungen vom 2. April sagten einen Sieg der MDC
voraus sowie einen Vorsprung ihres Präsidentschaftskandidaten. Nach den
offiziellen Wahlergebnissen aus der Hauptstadt Harare konnte keiner der
beiden Kandidaten eine absolute Mehrheit erlangen. Der Oppositionsführer
Tsvangirai wollte bei einer Stichwahl Ende Juni gegen Mugabe antreten,
zog aber, infolge von fortgesetzten, massiven Repressionen und
Gewaltakten gegen MDC Mitglieder durch das Mugaberegime, seine
Kandidatur Ende Juni 2008 zurück. Im September 2008 einigten sich die
beiden verfeindeten Politiker Mugabe und Tsvangirai auf eine
Machtteilung bei gemeinsamen Gesprächen. Am 11. Februar 2009 wurde
schließlich Tsvangirai als Ministerpräsident vereidigt. Seit August 2008
breitete sich in Simbabwe eine Choleraepidemie aus, die am 4. Dezember
2008 zur Ausrufung des nationalen Notstands führte. Bis zum 16. März
2009 wurden bereits mehr als 90.000 Krankheitsfälle und rund 4.030 Tote
gezählt. Am 6. Oktober 2009 bot Mugabe im Parlament in Harare den
westlichen Regierungen „kooperativen Beziehungen“ an. Zur Bedingung
machte er die Aufhebung der „illegalen Sanktionen“ gegen Simbabwe.
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